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Themen finden, über die es sich zu schreiben lohnt

Wir haben inzwischen auf wetalk.one einige Anfragen erhalten, in denen immer wieder die Frage auftaucht: „Worüber soll ich denn etwas schreiben?“ Meistens schieben die Frager gleich selbst nach: „Bei uns gibt es nichts Besonderes, über das es sich zu schreiben lohnt.“ Ich habe noch nie erlebt, dass diese Aussage stimmt.

Egal mit wem ich mich bisher unterhalten oder wen ich interviewt habe – es gab immer spannende Themen und Geschichten zu entdecken. Bei manchen Menschen dauert es etwas länger bis sie sich öffnen, aber wenn sie es tun, sind sie oft kaum mehr zu stoppen. Über seinen Beruf oder seine Hobbys – man könnte auch sagen, über seine Leidenschaft, spricht jeder gerne. Die Vielzahl der Themen, die man dabei entdeckt, ist immer wieder erstaunlich. Je offener und ehrlicher man darüber spricht oder schreibt, desto besser.

Gerade Familienunternehmen haben oft eine Geschichte, die faszinierend ist. Wenn die Unternehmerinnen und Unternehmer über die Gründung ihres Unternehmens sprechen, wie sie Widrigkeiten gemeistert und Innovationen auf den Weg gebracht haben, ist das mindestens genauso aufregend wie die Buddenbrooks von Thomas Mann. Ich erinnere mich an Unternehmer und Geschäftsführer, die völlig in ihrem Thema aufgingen, seien es Verpackungsmaschinen, Markerstifte, Kabel oder Schiffsböden. Solche Geschichten vergisst man nicht. Sie sind Teil der Markenattraktivität, besonders wenn nicht alles glatt läuft. Dadurch werden Geschichten glaubwürdiger, denn in keinem Unternehmen, in keinem Leben läuft alles problemlos.

Geschichten, die man nicht vergisst

Ich erinnere mich an den Vortrag von Andrea Prym-Bruck auf einer Unternehmerkonferenz. Damals stand Deutschlands wohl ältestes Industrieunternehmen, die 1530 gegründete William Prym GmbH & Co. KG, so nahe am Abgrund wie selten zuvor. Das bekannteste Prym-Produkt dürfte der Druckknopf sein. 15 Millionen der kleinen Tausendsassas produzieren die Maschinen in Stolberg bei Aachen täglich. 2007 wurde das kleine Ding sogar zu einer der Marken des Jahrhunderts gewählt.

2001 schien jedoch der Anfang vom Ende der fast 500 Jahre alten Firma zu nahen. Die EU-Kommission nahm Kartellermittlungen auf. Die Ermittler sah es als erwiesen an, dass ein Familienmitglied in der Geschäftsführung jahrelang mit der Konkurrenz Preise abgesprochen hatte. Am 26. Oktober 2004 wurde dem Unternehmen deswegen für Verstöße im Bereich Nadeln eine Geldbuße in Höhe von 30 Millionen Euro auferlegt, die später auf 27 Millionen Euro reduziert wurde. Am 19. September 2007 folgte der Bescheid für den Bereich Verschlüsse in Höhe von 40,5 Millionen Euro. Damit betrug die Gesamthöhe der Bußgelder 67,5 Millionen Euro.

Andrea Prym-Bruck berichtete vor über 200 Zuhörern, wie es der Familie Prym, Geschäftsführung und Mitarbeitern in einem gemeinsamen Kraftakt gelang, das Unternehmen zurück auf die Erfolgsspur zu führen. Während ihres Vortrags war es mucksmäuschenstill. Am Ende erhielt sie tosenden Applaus, nicht zuletzt wegen ihres Mutes, die ungeschminkte Wahrheit zu erzählen.

Kleine Geschichten, große Wirkung

Doch es muss nicht immer dramatisch sein. Ich kenne einen mittelständischen Unternehmer, der in seinem Newsletter an seine Kunden meistens über die Dinge schreibt, die ihn gerade beschäftigen, zum Beispiel über eine Standorterweiterung, über eine hochmoderne Logistikhalle, über eine Erfindung, die seine Prozesse beschleunigt oder über die Gedanken, die er sich über die Struktur seines Unternehmens macht. Er schreibt über seinen Sohn und wie sehr er sich darüber freut, dass dieser nun doch früher als gedacht ins Unternehmen kam oder über seine Auszubildenden, die Preise gewonnen haben. Natürlich berichtet er auch über Lösungen für die Probleme seiner Kunden, über Zertifizierungen oder schreibt über Branchenthemen, um damit seine Expertise zu betonen.

Als ihm ein großer Kunde sagte, es sei unglaublich, was er mit seinem kleinen Unternehmen auf die Beine stelle, war er darüber sehr glücklich. Für ihn zahlt sich die intensive Kommunikation aus, denn dadurch hebt er sich aus der Reihe der Wettbewerber heraus, erhöht die Attraktivität seines Unternehmens und macht die Mitarbeiter stolz.

Schreiben Sie über das, was Sie (in Ihrem Unternehmen) bewegt, worüber Sie nachdenken, dann werden Sie auch keine Probleme haben, Themen zu finden.

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